Bunte Pflanzen- & Tiervielfalt
Zitronenfalter
Der Zitronenfalter ist oft einer der ersten Farbtupfer im Jahr – und das mit gutem Grund: Er überwintert fast ungeschützt in Baumspalten, Laub oder Grasbüscheln. Dank eines körpereigenen „Frostschutzmittels“ hält er Temperaturen bis minus 20 Grad aus. Sobald die ersten Sonnenstrahlen wärmer werden, flattert er wieder durch den Park. Seine leuchtend gelben Flügel machen ihn unverkennbar. Beim Sonnen badet er übrigens anders als andere Schmetterlinge: Er klappt die Flügel zusammen und lässt sich seitlich aufwärmen.
Baumpilze
Pilze sind keine Pflanzen – auch wenn man das früher dachte. Sie besitzen kein Chlorophyll, können also keine Energie aus Sonnenlicht gewinnen. Stattdessen bilden sie ein feines Geflecht aus Zellfäden, das im Boden oder im Holz wächst. Was wir sehen, ist meist nur der Fruchtkörper. Auf den Totholzstämmen im Naturerholungspark wachsen verschiedenste Baumpilze, die helfen, abgestorbenes Holz zu zersetzen. Für uns unsichtbar ist ihr riesiges Netzwerk im Boden: In einem Gramm Erde können bis zu 200 Meter Pilzfäden stecken! Pilze spielen eine wichtige Rolle im Kreislauf der Natur – sie räumen auf, bauen ab und sorgen dafür, dass Nährstoffe wieder verfügbar werden.
Buntspecht
Im Waldgarten lässt sich mit etwas Glück der Buntspecht beobachten – vor allem im Herbst, wenn die Baumkronen lichter werden. Mit seinem schwarz-weiß-roten Gefieder ist er gut zu erkennen. Der amselgroße Vogel sucht seine Nahrung im Holz: Mit kräftigen Schnabelschlägen holt er Insekten und Larven unter der Rinde hervor. Mehrere tausendmal am Tag hämmert er ins Holz – zur Futtersuche, Reviermarkierung oder Kommunikation. Dank seiner speziellen Kletterfüße mit zwei Zehen nach vorne und zwei nach hinten kann er problemlos an Baumstämmen entlanglaufen. Der Buntspecht ist eine von neun heimischen Spechtarten und die häufigste in Mitteleuropa.
Tausendfüßer
Auch wenn der Name anderes vermuten lässt – Tausendfüßer haben meist „nur“ rund 200 Beinpaare. Die glänzend grau-schwarzen Vielfüßer gehören zur riesigen Gruppe der Gliederfüßer, dem artenreichsten Tierstamm überhaupt. Sie leben bevorzugt feucht und dunkel, sind nachtaktiv und echte Bodenhelfer: Als Humusbildner fressen sie abgestorbene Pflanzenteile und wandeln sie in fruchtbare Erde um. Damit leisten sie – ähnlich wie Regenwürmer – einen wichtigen Beitrag zur Bodengesundheit. Gefährlich sind sie für uns nicht, wohl aber für Vögel und Reptilien, die sie auf ihrem Speiseplan haben.
Honigbiene
Im Schaubienenkasten am Rand der Blumenwiese lässt sich das Leben der Honigbienen ganz nah beobachten. Was wie wildes Gewusel aussieht, ist in Wahrheit ein perfekt organisiertes System. Jede Biene im Stock hat ihre Aufgabe: Die meisten sind unfruchtbare Weibchen, die sich um Brutpflege, Wabenbau oder das Sammeln von Nektar kümmern. Männliche Bienen – die Drohnen – leben nur, um die Königin beim Hochzeitsflug zu begatten. Die Königin ist deutlich größer und am farbigen Punkt am Hinterleib gut zu erkennen. Ihre Hauptaufgabe: Eier legen. Auch wenn viele bei „Biene“ sofort an Honig denken – in Österreich leben rund 700 Wildbienenarten, die meist alleine unterwegs sind. Mehr dazu gibt’s im eigenen Wildbienen-Kapitel!
Großer Wollschweber
Der Große Wollschweber sieht auf den ersten Blick aus wie eine kleine Hummel, gehört aber zu den Fliegen. Mit seinem langen Rüssel schwebt er wie ein winziger Kolibri vor Blüten und saugt Nektar – flink, lautlos und ein toller Bestäuber! Weniger charmant ist sein Nachwuchs: Die Larven entwickeln sich als Parasiten im Nest von Wildbienen, Grabwespen oder bestimmten Schmetterlingen, wo sie sich von deren Nachwuchs ernähren.
Feldhase
Wer im Winter genau hinschaut, entdeckt vielleicht Hasenspuren im Schnee: Zwei parallele Abdrücke – das sind die kräftigen Hinterbeine – und dahinter zwei kleinere von den Vorderpfoten. So hüpft der Feldhase durch den Park. Mit seinem guten Gehör, perfekter Tarnung und beeindruckender Sprintkraft ist er ein echter Überlebenskünstler. Im Winter wird sein Fell heller und passt sich ideal an die Umgebung an. Doch obwohl er so anpassungsfähig ist, hat es der Feldhase heute schwer. Intensive Landwirtschaft und zerschnittene Lebensräume setzen ihm zu. Zu seinen natürlichen Feinden zählen Fuchs, Dachs, Marder und Greifvögel. Umso schöner, wenn sich im Naturerholungspark noch Spuren finden lassen.
Hummel
Hummeln sind echte Frühlingsboten! Im Gegensatz zu Honigbienen überlebt bei ihnen nur die Jungkönigin den Winter. Sie macht sich im Frühjahr allein auf die Suche nach einem Nistplatz – und gründet dort ihr neues Volk. In Österreich gibt es rund 45 Hummelarten. Besonders häufig sieht man die Ackerhummel (Bombus pascuorum), die mit ihrem pelzigen Körper fleißig von Blüte zu Blüte summt und bei der Bestäubung eine wichtige Rolle spielt.
Unsere Tipps
🌲 Nutze die einfachen Sitzmöglichkeiten, um mitten im Grünen zur Ruhe zu kommen
🦶 Spüre den Waldboden unter deinen Füßen – der Barfußpfad aus Rindenmulch regt deine Sinne an
🌬️ Gönn dir eine Pause im Schatten – die kühle Waldluft erfrischt besonders an heißen Tagen
👀 Halte die Augen offen: Je nach Jahreszeit gibt’s neue Pflanzen und Tiere zu entdecken
🍓 Nasch dich durch den Sommer – entlang der Wege wachsen süße Walderdbeeren
Weiter geht’s!
👉 Mach dich auf zur nächsten Station – dort wartet schon das nächste Naturerlebnis auf dich. Einfach dem Weg folgen – vor Ort findest du wieder ein Schild mit QR-Code, der dich direkt zur passenden Seite führt.